Mottotag 2026
„Wir reden offen miteinander“
Jeweils in den ersten Wochen eines Schuljahres an der Sekundarschule Zell steht eine der drei Herbstveranstaltungen auf dem Programm: Die Herbstwanderung, der Herbst-OL, oder – wie eben in diesem Jahr – der sogenannte Motto-Tag, der das jeweils aktuelle Schuljahresmotto aufgreift. So erlebt jede Schülerin und jeder Schüler im Verlaufe der Sekundarschulzeit jede dieser Veranstaltung mindestens ein Mal. „Wir reden offen miteinander“ – Das diesjährige Motto der Sekundarschule Zell ist eigentlich unmissverständlich und lässt nur wenig Spielraum, und doch entstehen immer wieder vermeidbare Probleme, weil sich Leute eben genau nicht an diese einfache Regel halten. Umso wichtiger also, sich einen Tag lang intensiv dem Motto zu widmen.
Der erste Teil fand im Schulhaus statt, wo sich die Schülerinnen und Schüler innerhalb ihrer jeweiligen Klassen und zusammen mit ihrer Klassenlehrperson mit dem Motto auseinandersetzten. Zunächst gestalteten sie Plakate zu verschiedenen Redewendungen, die sich um die Thematik „sprechen“ oder „schweigen“ drehten. Danach versuchten sie herauszufinden, was für eine klare Kommunikation nötig ist – und realisierten dabei, wie schnell Missverständnisse auftreten können, wenn man von der sprechenden Person weder Gestik noch Mimik wahrnehmen kann.
Alles schön und gut, letztendlich geht es aber vor allem darum, wie man das Jahresmotto in den Schulalltag einfliessen lassen kann – und aus diesem Grund erarbeitete sich danach jede Klasse einige Verbindlichkeiten, an die man sich im restlichen Verlauf des Schuljahres (und hoffentlich auch darüber hinaus) halten will, damit das Motto eben nicht bloss ein Motto bleibt, sondern tatsächlich auch gelebt wird.
Gegen Mittag wanderte die gesamte Schülerschar bei bestem Spätsommerwetter zur Jägerhütte auf dem Bodenberg. Nach einer knapp einstündigen Mittagspause standen verschiedene teambildende Spiele auf dem Programm – und auch hier ging es in erster Linie darum, richtig und effizient zu kommunizieren, denn die einzelnen Klassen mussten jeweils gemeinsam ein Ziel erreichen oder ein Problem lösen. So ging es beispielsweise darum, durch Zusammenarbeit Knoten aus einem Seil zu entfernen, oder mit Hilfe einer Art Kran, den alle gemeinsam bedienen, Holzklötze aufeinander zu stapeln. Bei all den Aufgaben stand nicht der Wettbewerb gegeneinander im Zentrum, sondern das Miteinander.
Den Abschluss des Tages bildete dann die Wanderung zurück ins Dorf, diesmal allerdings klassenweise und nicht mehr in Globo wie noch ein paar Stunden zuvor. Und auch wenn so ein Motto-Tag natürlich nicht alles auf den Kopf stellen kann, so bleibt doch die Hoffnung, dass ein bisschen was hängen bleibt und sich in Zukunft vielleicht die eine oder andere unnötige Konfrontation dadurch vermeiden lässt.
Text und Bilder:
Michael Bieri und Peter Flückiger



