Sek Zell: Schuljahreseröffnung 2026
Wochenlang hatten eine Hitzewelle nach der anderen die Schweiz und ganz Europa im Griff gehabt, doch pünktlich zum Start des neuen Schuljahres erbarmte sich der Wettergott und brachte eine wohltuende Abkühlung.
Wie in den letzten Jahren üblich, versammelten sich an diesem Montagmorgen, dem 17. August, Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen sowie vereinzelte Eltern in der Pfarrkirche in Zell, um sich auf das neue Schuljahr einzustimmen. Nach einer musikalischen Einstimmung von Janalyn Portmann übernahmen Religionslehrer Thomas Stirnimann und Katechetin Angela Kunz das Mikrophon und führten durch die knapp halbstündige Eröffnungsfeier.
Thema der Feier: Das Schuljahresmotto „Wir reden offen miteinander“. Und Thomas Stirnimann wusste direkt mit interessanten Zahlen aufzuwarten: Pro Tag spricht ein Mensch im Durchschnitt rund 20‘000 Wörter – und dabei kommt es im Schnitt zu zwischen 20 und 40 Missverständnissen. Und an einem Ort wie der Schule, wo viele unterschiedliche Menschen auf engem Raum zusammenkommen, dürfte diese Zahl noch eine Spur höher sein: Man hört etwas über drei Ecken und nimmt es für bare Münze; Halbwahrheiten werden weiterverbreitet; es wird übereinander und nicht miteinander gesprochen. Umso wichtiger also, dass wir unsere Worte sehr bewusst und wohlüberlegt verwenden, denn falsch gewählte Worte können grossen Schaden anrichten, ob gewollt oder nicht. Oftmals ist es besser, sich eine Äusserung zwei Mal zu überlegen und seine Worte sorgfältig zu wählen. Und das gilt auch für die Rolle des Zuhörers: Wie schnell hat man im Eifer des Gefechts etwas nur zur Hälfte aufgeschnappt, denkt sich seinen Teil dazu und kommt unter Umständen zu einem falschen Schluss.
Als exemplarisches Beispiel diente das Lied „Alpenflug“ von Mani Matter: Zwei Piloten in einem abstürzenden Kleinflugzeug, die sich aufgrund des Lärms nicht mehr verstehen – und nicht zuletzt deshalb die Katastrophe nicht verhindern können. Umgemünzt auf die Schulsituation bedeutet das: Sich die Zeit nehmen, genau zuhören, nicht immer sofort reagieren müssen, seine Worte gut überdenken. Und vor allem: Auch andere Menschen und ihre Meinungen akzeptieren und respektieren, auch wenn man selbst vielleicht anderer Meinung ist. Denn nur so, so Thomas Stirnimann, könne eine Schule entstehen, an der sich alle wohl fühlen und sich entfalten können, und an der echtes Lernen möglich sei.
Für die musikalischen Farbtupfer sorgte Janalyn Portmann mit den Liedern „Heaven“ (Gotthard) und „Don’t Worry, Be Happy“ (Bobby McFerrin).
Nach der Eröffnungsfeier versammelten sich die neuen Siebtklässler vor der Turnhalle, wo ihnen sämtliche Lehrpersonen sowie das weitere Personal der Schule vorgestellt wurde, ehe sie von ihren jeweiligen Klassenlehrpersonen in Empfang genommen und mit den ersten wichtigen Informationen versorgt wurden. Denn bereits am Nachmittag war Unterricht nach Stundenplan angesagt, und spätestens ab dann hatte der Schulalltag endgültig wieder Einzug gehalten.
Text und Bilder: Michael Bieri und Peter Flückiger