Sozialtag 2026: „Kurz die Welt retten“ – oder zumindest beginnen damit

„Kurz die Welt retten“ – das diesjährige Motto der Sekundarschule Zell. Die Welt lässt sich mit Sicherheit nicht „mal eben kurz“ retten, aber jede und jeder kann zumindest im Kleinen beginnen damit. Und das ist auch die Idee hinter dem im 3-Jahres-Rhythmus stattfindenden Sozialtag.

Einmal mehr lief allerdings in der Vorbereitung nicht alles ganz rund: Machte uns vor sechs Jahren Corona einen Strich durch die Rechnung, so waren es diesmal die Wetterumstände. Unmittelbar vor der geplanten Durchführung am Dienstag vor Ostern gab der Winter ein kurzes Comeback – mit Kälte, Niederschlägen und sogar angekündigtem Schnee. Keine optimalen Bedingungen, vor allem wenn es darum geht, Abfall zu sammeln.

Drei Wochen später, am Dienstag nach den Osterferien, hingegen wurden wir mit nahezu perfekten Wetterbedingungen belohnt. Gestartet wurde der Tag in der Kirche mit einer kurzen Einstimmung. Religionslehrer Thomas Stirnimann eröffnete die Feier mit der Frage, wem denn unsere Erde eigentlich gehört – uns selber (und wir können damit tun und lassen, was wir wollen), oder haben wir sie vielleicht eben doch nur geliehen, und wir müssen am Ende, wenn wir sie zurückgeben, Rechenschaft darüber ablegen, wie wir mit ihr umgegangen sind…?

Roman Peter aus Inwil griff die Frage im Anschluss auf. Für ihn liegt die Antwort auf der Hand: So, wie es momentan läuft, kann es nicht weitergehen. Während eines längeren Aufenthalts auf einer winzigen Insel in Thailand als Tauchlehrer (und Barpianist) bekam er die Auswirkungen des weltweiten Plastikverbrauchs auf unmittelbare Art zu spüren. Paradiesische Strände, allerdings überfüllt mit Müll und Plastik, so weit das Auge reichte, und darüber hinaus. Das war die Initialzündung für die Gründung der Organisation „Trash Hero“, die mittlerweile weltweit operiert und regelmässig CleanUps organisiert, bei denen Freiwillige sich zum Abfallsammeln treffen. Die Fakten, die er den Jugendlichen in seiner Präsentation auftischte, waren dann auch ziemlich harter Tobak: Jedes Jahr landen rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Weltmeeren, denn insgesamt werden weltweit nur gerade 14% des Plastiks rezykliert, und gar nur zwei Prozent so effektiv, so dass wirklich etwas Neues daraus entstehen kann. Der Rest wird verbrannt oder landet irgendwo auf einem Müllplatz oder eben im Meer. Und ein Ende ist nicht in Sicht, denn es gibt genug Unternehmen, die aus reiner Profitgier gezielt Einwegplastik produzieren. Es sei, als versuche man, eine Badewanne voller Wasser auszulöffeln, während der Wasserhahn noch voll aufgedreht sei. Anstatt einfach den Hahn zuzudrehen… Natürlich hat niemand von uns die Möglichkeit, diesen Hahn eigenmächtig zu schliessen, aber immerhin kann jeder von uns einen Löffel in die Hand nehmen und mithelfen, die Wanne zu leeren.

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Und genau das machten die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Zell anschliessend. Klassenweise gingen sie hinaus in die Gemeinden und sammelten den Abfall, der sich entlang von Strassen, Wegen und auf Wiesen angesammelt hatte. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf Zigarettenfilter gelegt. Insgesamt rund 7‘000 Stück kamen am Ende zusammen – und wenn man bedenkt, dass durch jeden achtlos weggeworfenen Stummel bis zu 60 Liter Wasser verschmutzt werden, hinterlässt das einen ziemlich schalen Beigeschmack.

Nach einem (möglichst verpackungsfreien) Mittagessen bei wunderbarem Frühlingswetter machten sich die Jugendlichen daran, den Abfall zu sortieren und zu analysieren, und dabei stiess man auf einige skurrile Fundstücke: Von Strassenpollern über Abdeckungen von Mülleimern und rostigen Türgriffen bis hin zu Socken, Gürteln und gar einer alten Unterhose war so einiges darunter, bei dem man sich unweigerlich fragte, wie das wohl in die Natur gekommen war…

Eröffnet worden war der Tag in der Kirche, abgeschlossen wurde er im Singsaal der Schule, wo sich die Klassen wieder trafen, um sich über die Erlebnisse des Tages auszutauschen. Und schliesslich musste auch noch die Siegerklasse gekürt werden: Wer kam mit seiner Schätzung der gefunden Zigarettenstummel der tatsächlichen Anzahl am nächsten? Es war die Klasse C1 von Sara Metz-Wechsler!

Text und Bilder:

Michael Bieri und Peter Flückiger